zwischenwelt

Sonntag, 7. November 2004
zusammen leben
Es gibt niemanden, der sich freiwillig der Tortur des Zusammenlebens unterziehen sollte. Jeder Mensch, der es dennoch tut, der das Wagnis eingeht, hat dafür seine eigenen Gründe, wie Liebe, gemeinsame Zeit, Glück und weniger romatische, rationale Gründe wie Geld, mangelder Wohnraum, Kinder. Der "beste" Grund allgemeinhin ist das nicht-alleine-sein. Immer jemand da der einem zuhört, der die Sorgen mit einem teilt, der für einen da ist. Die eigene Unzulänglichkeit kompensieren durch einen Anderen. Das kann zu einem Horrortrip werden. Plötzlich fallen einem Dinge auf, die man nie bemerkt hätte, wenn man nicht zusammen wohnen würde. Man streitet sich über Dinge, die nicht existent wären, wenn man getrennte Wohnungen hätte. Das alles war mir vorher bewusst und ich gehöre dennoch zu denen, die das Wagnis eingegangen sind. Bei mir gehörten sowohl die romantischen als auch die rationalen Gründe zu meinem Entscheidungsprozess. Und ich würde sagen, dass, obwohl wir gerade mal wieder nicht miteinander reden und Teller geflogen sind, wir das ganz gut hinkriegen - ziemlich gut sogar.
Und ich bin mir sicher, dass es gleich klopft und er mich fragen wird, ob wir noch ein Bier trinken gehen. Ein typisch warm-schales Berliner Bier.

Bitte!

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