zwischenwelt

Dienstag, 13. September 2005
Werber II
Sie haben mich - eiskalt erwischt und irgendwie von hinten. Ich arbeite in einer Werbeagentur und kann es selbst kaum glauben. Und ich hatte recht - mit allem was ich über sie geschrieben habe. Sie sind oberflächlich, dumm und geldgeil. Sie halten sich für den Nabel der Welt und ihre Arbeit für wichtig, was eigentlich schon witzig wäre, wenn, ja wenn ich hier nicht arbeiten müsste. Lustig kann ich mir nur eins vorstellen: Türe auf und sagen: ich komm nie wieder - nie. Das würde sich toll anfühlen; bestimmt. Bis zum nächsten Job, denn ich vermute auch der ist nicht anders, auch da sind die Leute, die heute die Firmen leiten, so begeistert von sich selber, das es einem weh tut. Ich kann nur eins sagen: Es liegt NICHT an eurem Können, ihr hattet Glück!

... link (2 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 7. Dezember 2004
Werber
Heute war ich mal wieder unter der Sonnenbank, weil ich mich nicht den permanenten Nachfragen, ob mir denn schlecht wäre, aussetzen möchte. Dort lese ich von einer Werberfrau, die 1. ihr Kind Bela genannt hat und 2. nur noch Rharbarba-Schorle trinkt. Ich weiss nicht genau, was ich bescheuerter finden soll. Aber kommen wir zu meinem persönlichen Problemen mit den Werbern. Ich kann Sie alle nicht leiden. Sie reden und reden und heben sich alle auf widerliche Art und Weise in den Himmel. Leider ist auch in meiner unmittelbaren Verwandtschaft so ein Exemplar zu finden, aber sie gehört zumindestens nicht zu den Kreativen und das macht die Sache etwas besser.
Gestern abend sitzen wir beim Italiener und es kommt ein Typ mit einem wunderschönen Hund vorbei. Der muss draussen in der Kälte vor dem Fenster Platz nehmen, während der Typ bekleidet mit einer Maegde und Knechte-Jacke am Tisch neben uns Platz nimmt. Kurze Zeit später kommt seine plexiglasbebrillte Freundin. Die beiden bestellen ihr Essen und vor dem Fenster kommt derweil ein Berliner Obdachloser vorbei und kümmert sich um den Hund. Der wird natürlich von dem Typen weggescheucht (der Obdachlose nicht der Hund). Zurück am Tisch telefoniert die Maegde und Knechte-Jacke weiter mit der Welt und unterhält den ganzen Laden. Die Reste der Pizza werden dem Hund auf den Gehsteig geklatscht.

Der Typ war bestimmt Werber. Ich würde drauf wetten.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 5. Dezember 2004
Lethargie
Grau, Kopfschmerzen, eine Verabredung zum Frühstück und dann auch noch die Kinder. Ein Haufen unvollsständiger Arbeit und ne Menge unbezahlte Rechnungen kommen hinzu. Ich will nichts tun. Doch dann muss man dadurch. Irgendwie geht das schon - bestimmt. Die Horrorvorstellungen dürfen sich nur nicht zu einer unüberwindlichen Mauer ausbauen. Man muss vorher anfangen. Wie? Bei mir hilft da nur Druck durch außen. Und den hatte ich. Bin ich mittendrin, gehts meistens schon wieder. Jetzt haben wir Sonntagnachmittag, ich habe alles über die Bühne gebracht und das so gut wie seit Wochen nicht. Erleichterung in mir, Hoffnung das es so weitergeht und ein bisschen Panik, dass es bald wieder nicht so gut klappt.

Soviel zu der Dezember-Melancholie.

... link (3 Kommentare)   ... comment


Montag, 22. November 2004
Klamotten aus dem Internet
Ich gehöre zu den Frauen, die weder gerne Klamotten noch Schuhe einkaufen. Das Gewusel von Menschen macht mich eher krank und agressiv, als das es mir eine Befriedigung verschafft. Bei mir gilt allerdings auch: Geld aufs Problem tun hilft.

Heute kam dann mein Päckchen. Aufgeregt wie ein Kind an Weihnachten packte ich es aus und es war ein Desaster. Der Rock zu klein, der Bikini ... nein von dem will man gar nicht reden. Da war so ein Abnäher im Oberteil, der in einer Spitze endete...was soll diese Spitze füllen? Wofür ist sie da? Mein Busen passt da auf jeden Fall nicht rein. Genauso wenig wie mein Hintern in die Hose. Und dieses T-Shirt - was ist denn mit meinem Oberarm los? Verkaufen sie diese Designerklamotten so billig, weil sie total verschnitten sind oder darf ich jetzt nur noch Gemüse essen und mir meine Brust aufspritzen lassen? Hektisch rechne ich meinen BMI aus und bin erleichtert. Nein noch nicht mal der bestätigt mir eine Fettsucht. Trotzdem. Ich schreie meine Freund an, dass wir viel zu viel Süssigkeiten essen, er an allem Schuld sei und überhaupt. Schlimmer kann es bei H&M eigentlich auch nicht sein.

Heute Abend gehen wir essen und ich werde ein schönes Bier trinken und das Jammertal verlassen. Prost!

... link (8 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 9. November 2004
Völlig überflüssig
das kann man sowohl über den gestrigen Abend im ewig hippen Mitte sagen (dazu morgen mehr), als auch über den wundervollen Tag heute. Den Tag heute habe ich leidend auf dem Bett verbracht, mir schlechtes Fernsehprogramm angeschaut und meinen Freund in den Supermarkt gescheucht, um mit seltsamen Getränken und Nahrungsmitteln meine Leiden zu lindern. An solchen Tagen finde ich Zusammenleben superklasse. Und langsam hört mein Kopf auf zu schmerzen und ich fange an, mir Sorgen darüber zu machen, dass ich immer noch nicht meine Steuer gemacht habe, unerfüllte Aufträge auf meinem Schreibtisch liegen...

Schnell wieder ins Bett, sich auf Six Feet Under freuen und feststellen, dass ja morgen auch noch ein Tag ist. Ja morgen. Wirklich.

... link (1 Kommentar)   ... comment