zwischenwelt

Montag, 15. November 2004
Männer sind arme Schweine
Glaubst du wirklich, ein verliebter Typ handelt vorsätzlich gegen die Frau seiner Träume? Nie im Leben.

Männer lernen Wäsche aufzuhängen. Sie hängt immer falsch. Sie versuchen sich vorzustellen, wie das blaue Sofa ins Wohnzimmer passen könnte. Es gelingt Ihnen nicht. Sie ringen sich Emotionen ab. Es wirkt lächerlich. Sie trotten brav in den Blumenladen und stärken die Valentinstagindustrie. Der Strauß sei hässlich, dass müsse man(n) doch sehen. Mit einer Beziehung wartet er auch vergeblich auf die Stärkung seiner hellseherischen Fähigkeiten. Bisher nur rudimentär entwickelt, sind sie nun Teil der Grundversorgung der Frau an seiner Seite. Er scheitert so kläglich.

Männer versuchen immer, die Aufregung, die Emotionen zu verstehen. Es ist den bedauernswerten Emo-Krüppeln nicht gegeben. Deshalb und nur deshalb können Sie nach einem Streit auch gut schlafen. Es ist ihre eigene Unfähigkeit, mehr nicht.

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Sonntag, 14. November 2004
Heute morgen um acht klingelt das Telefon und meine Mutter ist dran. "Weisst Du eigentlich, dass heute Morgen Dein Großvater gestorben ist?" Es ist früh, zu früh für sowas und eigentlich hab ich gerade was schönes geträumt. Mich beschäftigt kurz die Frage, woher ich das eigentlich wissen sollte und überlege mir, ob ich wohl was damit zu tun haben könnte, dass der Mann jetzt tot ist. Es hört sich so verdammt nach einen Vorwurf an. (Nein, kann nicht sein, ich habe den Mann das letzte Mal vor fünf Jahren gesehen.) Ich murmele was von: "Ich ruf Dich gleich zurück...", weil die Situation eine morgendliche Überforderung darstellt. Was sagt man zu sowas? Ich schwanke kurz zwischen, du solltest traurig sein und es ändert sich nichts. Aber dann ist alles ganz leicht. "Zieh bitte keine Turnschuhe zur Beerdigung an." (sie) und "Ich ruf Dich dann morgen an." (ich)

Wie leicht kann etwas sein, nur weil man ehrlich zu sich selber ist.

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Freitag, 12. November 2004
und er geht
einfach ins Bett - und das obwohl wir doch Streit haben. Zum Kotzen. Und nur weil er weiß, dass morgen alles wieder gut ist. Typisch Mann; sie versucht zu erklären und er wartet ab und legt sich schlafen. Das ist frustrierend und schreit nach zerbrochenem Geschirr und "schwanz ab" von den Ärzten. ;-)

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freie liebe
Ich mag am liebsten Geschichten, die weder einen Anfang noch ein Ende haben. Einfach eine Sequenz, einen Teil von, das gibt Raum für Phantasie. Es gibt Dinge, die benötigen eine Menge Raum. Es gibt Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse, Handlungen, die eine Menge Raum benötigen. Das Problem ist, sich diesen Raum zu verschaffen. Man muss sich Raum erkämpfen; manchmal auf grausige Art und Weise, durch Verletzen und durch verletzt werden; selten wird einem dieser Raum freiwillig zur Verfügung gestellt. Wenn man dann doch durch Zufall an so ein Phänomen gerät, ist man darüber erstmal sehr erschrocken. Das ist gegen die Regel. Ich für meine Teil, weiß gar nicht wie ich damit, mit dieser ungewohnten Freiheit, umgehen soll. Plötzlich muss man den gewohnten Kmapf aufgeben und kann sich entspannen. Aber wie ist das? Kann man lieben ohne Käfig? Desinteresse als Toleranz, Ignoranz als Freiheit, Gleichgültigkeit als Liebe; verkehrte Welt und doch, wenn man es umdreht, bekommt es Sinn. Ich muss dich nicht einsperren, um dir zu zeigen, dass du mir wichtig bist. Ich werde dir nicht misstrauen, um dir zu zeigen, dass ich mich für dich interessiere. ich werde keine Entscheidungen für dich treffen, nur um zu zeigen, dass wir eins sind. Diese Form der Liebe erfordert ein hohes Maß an Selbstvertrauen, Vertrauen in den anderen, das werten von völlig neuen Maßstäben. Ich weiß nicht, ob man das annehmen kann. Ich, die immer wollte, dass sich mein Leben in abstrakten Werten gestaltet, werde plötzlich mit so etwas konfrontiert und es macht mir Angst, weil es nicht so ist, wie ich es gelernt habe. Das entspricht nicht meiner "gelernten" Form einer Beziehung. Es ist schwer. Ich genieße es aus vollen Zügen und es macht mir Angst. Und manchmal kann ich es nicht begreifen. und muss treten. Sei nicht bös.

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